Photovoltaik Komplettangebot 2026 – Preise, Leistung und Vergleich
Du hast dich entschieden: Photovoltaik soll aufs Dach. Jetzt liegt ein Haufen Angebote auf dem Tisch, und du fragst dich: Was ist ein fairer Preis? Welche Leistung muss drin sein? Und woran erkenne ich ein gutes Komplettangebot?
Ich zeige dir, was ein Photovoltaik-Komplettangebot 2026 kosten darf, welche Bestandteile dazu gehoeren und worauf du beim Angebotsvergleich achten musst. Mit konkreten Preisbeispielen und einer Checkliste, damit du nicht ueber den Tisch gezogen wirst.
Was ist ein PV-Komplettangebot?
Ein Komplettangebot umfasst alles, was du brauchst, damit nach der Montage die Anlage laeuft: Solarmodule, Wechselrichter, Montagesystem, Kabel, Installation, Anmeldung beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister. Optional kommt ein Stromspeicher dazu. Fehlt ein Punkt aus dieser Liste, ist es kein Komplettangebot mehr.
In der Praxis der groesste Streitpunkt: die Zaehlerschrank-Anpassung. Viele Angebote enthalten sie nicht, obwohl sie in 80 Prozent der Faelle noetig ist. Das kannst du mit 500 bis 800 Euro Zusatzkosten rechnen, wenn sie nicht im Angebot steht. Ich rate dir: Frag vorher explizit nach.
Preise fuer PV-Komplettangebote 2026
Hier siehst du, was du 2026 fuer ein Komplettangebot inklusive Montage und Anmeldung zahlen darfst. Die Preise gelten fuer Schraegdach-Optimierung (Suedausrichtung, 30-40 Grad Neigung) und normale Dachziegel:
| Anlagengroesse | Ohne Speicher | Mit 5 kWh Speicher | Mit 10 kWh Speicher |
|---|---|---|---|
| 5 kWp | 6.000 - 7.500 Euro | 9.500 - 11.500 Euro | 12.500 - 14.500 Euro |
| 8 kWp | 9.000 - 11.000 Euro | 13.000 - 15.000 Euro | 15.500 - 18.000 Euro |
| 10 kWp | 11.000 - 13.500 Euro | 15.000 - 17.500 Euro | 18.000 - 21.000 Euro |
| 12 kWp | 13.000 - 16.000 Euro | 17.000 - 20.000 Euro | 20.000 - 23.500 Euro |
| 15 kWp | 15.500 - 19.000 Euro | 19.500 - 23.000 Euro | 22.500 - 26.500 Euro |
Die Preise beinhalten Module, Wechselrichter, Montage, Kabel, Elektroinstallation auf dem Dachboden, Montagematerial, Anmeldung und die 0-Prozent-Mehrwertsteuer. Nicht enthalten sind Zaehlerschrank-Anpassung, Geruest (500 bis 1.500 Euro) und Dachdurchdringungen fuer die Kabeldurchfuehrung (optional).
Preise pro kWp im Komplettangebot
Der wichtigste Vergleichswert ist der Preis pro kWp. Ein gutes Komplettangebot 2026 liegt bei:
- Ohne Speicher: 1.200 bis 1.500 Euro/kWp
- Mit 5 kWh Speicher: 1.900 bis 2.300 Euro/kWp
- Mit 10 kWh Speicher: 1.800 bis 2.100 Euro/kWp
Meine Erfahrung: Alles ueber 1.500 Euro/kWp ohne Speicher ist zu teuer, es sei denn, es handelt sich um ein besonders komplexes Dach (Denkmalschutz, Ziegeldach mit Sonderziegeln, Indach-Montage). Fuer ein normales Einfamilienhaus-Dach gibt es keinen Grund, mehr zu zahlen.
Eine detaillierte Aufschluesselung der Einzelkosten findest du im Artikel PV-Anlage Kosten 2026.
Worauf musst du beim Angebotsvergleich achten?
Drei Dinge werden bewusst verschleiert, damit Angebote billiger aussehen, als sie sind:
1. Geraet oder Komplettpreis? Manche Anbieter werben mit Modulpreisen von 300 Euro pro Stueck. Erst auf Nachfrage kommt raus, dass Montage, Wechselrichter und Anmeldung extra kosten. Ein Komplettangebot muss alle Positionen zeigen. Punkt.
2. Welche Module verbaut werden Angebot A: 400-Watt-Module mit 21 Prozent Wirkungsgrad. Angebot B: 430-Watt-Module mit 22,5 Prozent Wirkungsgrad. Gleicher Preis. Dann ist Angebot B besser, weil du 7,5 Prozent mehr Leistung auf gleicher Dachflaeche bekommst. Modul-Typ, Hersteller und Leistung muessen im Angebot stehen. Fehlt das, ist es kein serioeses Angebot.
3. Der Wechselrichter-Mix Ein zentraler Wechselrichter (String-Wechselrichter) kostet 1.000 bis 1.500 Euro. Micro-Wechselrichter kosten das Zwei- bis Dreifache. Der Vorteil von Micro-Wechselrichtern ist die bessere Leistung bei Teilverschattung. Hast du ein Dach ohne Schatten (kein Kamin, keine Gaube), reicht ein String-Wechselrichter. Lass dir nicht teurere Micro-Wechselrichter aufschwaetzen, wenn du sie nicht brauchst. Details dazu im Wechselrichter-Vergleich.
Preisbeispiel: 10 kWp Anlage im Vergleich
Ich habe fuenf echte Angebote verglichen (alle aus 2026, Sueddeutschland, Schraegdach, ohne Speicher):
| Anbieter | Gesamtpreis | Euro/kWp | Module | Wechselrichter |
|---|---|---|---|---|
| Zolar Online | 12.900 Euro | 1.290 | 25x 420W (JA Solar) | Huawei SUN2000 |
| Lokalbetrieb A | 14.500 Euro | 1.450 | 24x 435W (Trina) | Fronius Symo |
| Enpal | 13.990 Euro* | 1.399 | 24x 435W (Trina) | Huawei SUN2000 |
| Lokalbetrieb B | 12.200 Euro | 1.220 | 25x 410W (Longi) | Sungrow |
| Eigenbau (extern) | 18.000 Euro | 1.800 | 26x 410W (Aiko) | Huawei SUN2000 |
*Miete, nicht Kauf. Enpal bietet vor allem Mietmodelle an. Details in meinem Enpal Erfahrungsbericht 2026.
Das Beispiel zeigt: Der Preisunterschied zwischen dem guenstigsten und dem teuersten Angebot betraegt 5.800 Euro. Und das bei aehnlicher Leistung. Der Unterschied liegt im Installationsanteil und in der Marge. Darum lohnt es sich, mindestens drei Angebote einzuholen.
Was machen die grossen Online-Anbieter?
Zolar, Enpal, 1Komma5 und Co. bieten Komplettangebote aus einer Hand an. Die Preise liegen im Mittelfeld, der Service ist standardisiert. Der Vorteil: Du hast einen Ansprechpartner und oft eine digitale Planung inklusive PV-Rechner.
Der Nachteil: Du bezahlst die Marke mit. Ein lokaler Installateur kann oft guenstiger sein, weil er keine 20-prozentige Vertriebsmarge einkalkulieren muss.
Meine Empfehlung: Hol dir ein Online-Angebot als Benchmark und geh damit zu drei lokalen Betrieben. Wenn der lokale Betrieb 10 bis 15 Prozent unter dem Online-Angebot liegt, nimm ihn. Wenn er gleich oder teurer ist, nimm das Online-Angebot.
Welche Faktoren beeinflussen den Preis?
Der Preis eines Komplettangebots haengt von mehr ab als nur der kWp-Zahl:
- Dachform: Schraegdach (einfach) vs. Flachdach (Aufsteller, Ballast) vs. Ziegeldach (aufwendiger)
- Region: Bayern und Baden-Wuerttemberg sind 10 bis 15 Prozent teurer als Ostdeutschland
- Geruest: 500 bis 1.500 Euro extra, je nach Dachhoehe
- Zaehlerschrank: Alte Zaehlerkaesten muessen oft ersetzt werden (500 bis 2.000 Euro)
- Kabelwege: Langer Weg vom Dach zum Zaehlerschrank = mehr Kabel und Arbeit
- Speicher-Typ: AC-gekoppelt vs. DC-gekoppelt, Hochvolt vs. Niedervolt
- Garantie: 20 Jahre Produktgarantie auf Module kosten extra
Checkliste: So vergleichst du Angebote richtig
- kWp-Leistung notieren (nicht nur Anzahl Module)
- Modul-Typ und Hersteller aufschreiben (gleiche kWp, andere Qualitaet)
- Wechselrichter-Typ checken (String oder Micro, Marke)
- Speicher in kWh Kapazitaet vergleichen (nicht in Euro)
- Montagekosten extra ausweisen lassen
- Zaehlerschrank explizit anfragen (ja oder nein?)
- Geruest kl kosten? Ja/Nein?
- Garantie vergleichen (20 Jahre auf Module? 10 auf WR?)
- Preis pro kWp berechnen = Gesamtpreis / kWp
- Angebote bis ins Kleingedruckte lesen
Wenn du die Liste durchgehst, kannst du sicher sein: Du wirst kein schlechtes Angebot unterschreiben. Der Unterschied zwischen dem besten und schlechtesten Angebot kann bei 30 Prozent liegen. Die zehn Minuten Checkliste zahlen sich sofort aus.
Fazit: So bekommst du das beste PV-Komplettangebot 2026
Die Preise sind guenstig wie nie. Ein gutes Komplettangebot ohne Speicher liegt bei 1.200 bis 1.500 Euro/kWp. Achte darauf, dass wirklich alles drin ist - von der Montage bis zur Anmeldung. Hol mindestens drei Angebote ein, am besten eins von einem Online-Anbieter und zwei von lokalen Betrieben.
Vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch die Module, den Wechselrichter und die Garantie. Und vor allem: Lass dich nicht hetzen. Ein serioeses Angebot kannst du dir zwei Wochen in Ruhe anschauen. Wer mit "nur heute" oder "begrenzte Kontingente" kommt, will dich unter Druck setzen. Steh auf. Geh raus.
Mehr zum Thema: Lies meinen Artikel zu den PV-Anlage Kosten 2026 und informiere dich ueber die Foerderungen 2026. Und denk dran: Die Einspeiseverguetung sinkt jedes Jahr. Wer jetzt kauft, sichert sich hoehere Einnahmen fuer die naechsten 20 Jahre.
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