Solarkataster Bayern: So prüfst du, ob sich dein Dach für Photovoltaik lohnt
Bevor du eine Photovoltaik-Anlage auf dein Dach bestellst, willst du wissen: Wie viel Strom bringt mein Dach überhaupt? In Bayern hast du dafür ein mächtiges Werkzeug: den Energie-Atlas Bayern mit integrierter Solarpotenzial-Karte. Das Beste daran: Es ist kostenlos und dauert nur fünf Minuten.
Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du das Solarkataster Bayern nutzt, welche Daten du bekommst und wie du die Ergebnisse richtig interpretierst.
Was ist das Solarkataster Bayern?
Das Solarkataster Bayern ist ein Online-Tool des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie. Es ist Teil des Energie-Atlas Bayern unter energieatlas.bayern.de. Die Solarpotenzial-Karte basiert auf einer flächendeckenden Laserscan-Befliegung (LiDAR) und berechnet für fast jedes Dach in Bayern, wie geeignet es für Photovoltaik ist.
Die Karte berücksichtigt:
- Dachneigung: Wie stark ist dein Dach geneigt? Optimal sind 30 bis 40 Grad.
- Dachausrichtung: Süddächer bekommen die meiste Sonne, aber auch Ost/West lohnt sich.
- Verschattung: Bäume, Nachbargebäude oder Schornsteine werden einkalkuliert.
- Jahresertrag: Die geschätzte Stromproduktion in Kilowattstunden pro Jahr.
Schritt 1: Energie-Atlas Bayern öffnen
Rufe energieatlas.bayern.de in deinem Browser auf. Du landest auf der Startseite des Energie-Atlas. Keine Anmeldung oder Registrierung nötig , das Tool ist komplett öffentlich und kostenlos.
Klicke auf den Menüpunkt "Solarpotenzial" oder suche direkt deine Adresse ueber die Suchleiste. Gib deine vollständige Adresse ein (Strasse, Hausnummer, PLZ, Ort) und drücke Enter.
Schritt 2: Dein Dach im Solarkataster finden
Nach der Adresssuche zoomt die Karte auf dein Gebäude. Dein Dach ist farblich markiert:
| Farbe | Bedeutung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Dunkelrot | Sehr gute Eignung | Ideale Voraussetzungen, sofort planen |
| Orange | Gute Eignung | Lohnt sich in den meisten Fällen |
| Gelb | Bedingt geeignet | Ertrag niedriger, aber oft noch wirtschaftlich |
| Keine Farbe | Nicht geeignet | Verschattet oder falsche Ausrichtung |
Die Farbabstufung zeigt dir auf einen Blick, welche Dachflächen sich am meisten lohnen. Wenn dein Dach überwiegend dunkelrot ist, hast du beste Voraussetzungen.
Schritt 3: Details zum Dach abrufen
Klicke direkt auf dein Dach in der Karte. Es öffnet sich ein Infofenster mit detaillierten Daten:
- Dachneigung: In Grad (z.B. 35 Grad)
- Dachausrichtung: In Grad von Nord (Sued = 180 Grad)
- Solarstrahlung: In Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
- Geeignete Dachfläche: In Quadratmetern (abzüglich Verschattung)
- Empfohlene Modulleistung: In Kilowatt-Peak (kWp)
- Stromertrag: Prognostizierte Jahresproduktion in kWh
Die Genauigkeit dieser Daten ist beachtlich. Die LiDAR-Daten wurden per Flugzeug erfasst und sind auf plus/minus 20 Zentimeter genau. Verschattungen durch Bäume und Gebäude werden automatisch berechnet.
Achtung: Das Tool rechnet mit einer Modul-Effizienz von 15 bis 18 Prozent. Moderne Module schaffen 21 bis 23 Prozent. Dein tatsächlicher Ertrag kann also 10 bis 30 Prozent höher liegen als die Prognose.
Schritt 4: Ergebnisse richtig interpretieren
Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis. Ein Einfamilienhaus in Muenchen mit folgenden Werten aus dem Solarkataster:
- Süddach: 45 Quadratmeter geeignete Fläche
- Neigung: 38 Grad
- Solarstrahlung: 1.150 kWh/qm pro Jahr
- Empfohlene Leistung: 8 kWp
- Prognose Ertrag: 7.800 kWh pro Jahr
Bei modernen Modulen (21 Prozent Wirkungsgrad) sind 8.500 bis 9.000 kWh realistisch. Das ist mehr als ein Vier-Personen-Haushalt in der Regel verbraucht. Der Eigenverbrauch liegt typischerweise bei 30 Prozent ohne Speicher und 60 bis 70 Prozent mit Speicher.
Was das Solarkataster nicht kann
Das Tool hat auch Grenzen. Folgende Faktoren werden nicht erfasst:
- Schnee: Schneebedeckte Module produzieren weniger , das Solarkataster rechnet mit dem Jahresmittel.
- Modultechnologie: Der genaue Modultyp und sein spezifischer Wirkungsgrad sind nicht hinterlegt.
- Strompreis-Abhängigkeit: Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Strompreis ab, nicht nur vom Ertrag.
Deshalb: Nutze die Solarkataster-Daten als grobe Orientierung, nicht als exakte Wirtschaftlichkeitsrechnung. Ob sich Photovoltaik 2026 lohnt, hängt von mehr Faktoren ab.
Solarkataster vs. professionelle Vor-Ort-Analyse
Das Solarkataster Bayern ist ein super erster Schritt , aber keine Alternative zu einer professionellen Dachbegehung. Ein Solarteur erkennt:
- Schwachstellen im Dach (Durchdringungen, alte Ziegel)
- Die genaue Statik (trägt das Dach die Module?)
- Verschattung im Tagesverlauf (das Solarkataster zeigt nur den Jahresdurchschnitt)
- Die beste Modulbelegung (keine Standard-Module, sondern auf dein Dach angepasst)
Ich empfehle: Solarkataster checken, Zahlen notieren, und dann mit diesen Daten in die Angebotsphase gehen. Die Kosten einer PV-Anlage 2026 kannst du mit den Solarkataster-Daten schon gut abschätzen.
Fazit: 5 Minuten Arbeit, 20 Jahre Planungssicherheit
Das Solarkataster Bayern ist der einfachste Weg, um herauszufinden, ob dein Dach Photovoltaik-tauglich ist. Du brauchst nichts ausser deiner Adresse und fünf Minuten Zeit. Die Daten sind zuverlässig, kostenlos und helfen dir, eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Meine Empfehlung: Noch heute den Energie-Atlas Bayern öffnen, das Dach checken und die Werte notieren. Dann mit einer richtigen Wirtschaftlichkeitsrechnung weitermachen. Denn ein gutes Solarkataster-Ergebnis ist die halbe Miete , aber erst mit der richtigen Rechnung weisst du, was rauskommt.
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