Der Strompreis in Deutschland ist ein Dauerbrenner. 2021 zahlten wir im Schnitt 32 Cent pro kWh. 2025 waren es 35 Cent. Und 2026? Eher 37 bis 38 Cent. Die Tendenz ist klar: Es geht nach oben. Fuer PV-Besitzer ist das eine hervorragende Nachricht.
Aber ab welchem Strompreis lohnt sich eine Photovoltaikanlage eigentlich? Und wie viel besser wird die Rendite, wenn der Strom weiter steigt? Ich habe die Zahlen fuer drei typische Szenarien durchgerechnet.
Das geile an Photovoltaik ist: Je hoher der Strompreis, desto wertvoller wird jede selbst verbrauchte Kilowattstunde. Denn die Einspeisevergütung ist festgeschrieben (20 Jahre garantiert), aber was du nicht aus dem Netz kaufen musst, wird mit jedem Strompreisanstieg teurer.
Beispiel: 10 kWp Anlage, 10.000 kWh Ertrag, 35 Prozent Eigenverbrauch ohne Speicher.
Der Effekt ist deutlich: 10 Cent mehr pro kWh bedeuten 350 Euro mehr Ertrag pro Jahr bei einer 10-kWp-Anlage. Und das Jahr fuer Jahr, solange die Anlage laeuft.
Kurze Antwort: Ab 25 Cent pro kWh lohnt sich eine PV-Anlage fast immer. Selbst bei schlechter Ausrichtung, niedriger Eigenverbrauchsquote und moderaten Modulkosten ist die Anlage nach 12 bis 15 Jahren amortisiert – bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren.
Aber: Wer 2026 noch 25 Cent zahlt, ist die absolute Ausnahme. Selbst Oekostrom-Tarife liegen bei 28 bis 30 Cent. Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 37 Cent. Die Rechnung wird also von Tag eins positiv sein.
Ich habe fuer eine 10-kWp-Anlage (12.000 Euro Investition, Suedlage, 30 Prozent Eigenverbrauch) die Amortisation bei verschiedenen Strompreisen berechnet:
Ab 35 Cent wird es aus meiner Sicht richtig attraktiv. Unter 30 Cent ueberlege es dir. Aber wer 2026 unter 30 Cent bekommt, lebt entweder bei einem sehr alten Vertrag oder hat einen speziellen Tarif.
Viele fragen sich: Wenn Strom teurer wird, muesste doch auch die Einspeisevergütung steigen? Leider nein. Die EEG-Vergütung ist politisch festgelegt und sinkt sogar jedes Jahr. Fuer neue Anlagen gibt es 2026 rund 8,1 Cent pro kWh. Tendenz fallend.
Bedeutet: Der Wert der eingespeisten Kilowattstunde wird im Verhaeltnis zum Strompreis immer geringer. Dein Fokus muss also auf dem Eigenverbrauch liegen. Darum lohnt sich die Kombination mit einem Speicher umso mehr. Unser Artikel Eigenverbrauch optimieren zeigt dir, wie du das Maximum rausholst.
Meine persönliche Einschaetzung: Der Strompreis wird bis 2030 auf 40 bis 45 Cent steigen. Gruende: CO2-Bepreisung steigt (derzeit 55 Euro pro Tonne, 2027 voraussichtlich 80 Euro plus), Netzentgelte steigen durch den Ausbau der Netze, und die Stromsteuer wird nicht sinken. Politische Eingriffe sind möglich, aber kurzfristig sehe ich keine Entlastung.
Das ist die gute Nachricht fuer PV-Besitzer: Jede Anlage, die du heute installierst, wird mit jedem Jahr wertvoller. Denn waerend deine Kosten (Abschreibung, Zinsen) konstant bleiben oder sinken, steigt der Wert des selbst erzeugten Stroms.
Wenn du wartest, bis der Strompreis sinkt, kannst du lange warten. Die Geschichte zeigt: Strom wurde in Deutschland in den letzten 20 Jahren im Schnitt 3 bis 4 Prozent pro Jahr teurer. Eine PV-Anlage ist eine Inflationsabsicherung auf dem Dach.
Und ein Tipp von mir: Schau nicht nur auf den heutigen Strompreis. Schau auf den Preis in 10 Jahren. Wenn du heute 35 Cent zahlst, sind es 2036 wahrscheinlich 48 Cent. Dann sparst du mit deiner laengst abbezahlten Anlage richtig.
Unser Rechner zeigt dir in 2 Minuten, wie viel du bei deinem Strompreis sparst – mit oder ohne Speicher.
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